Krankenhausrechnungen digitalisieren
Einführung: Warum Krankenhausrechnungen jetzt digitalisiert werden müssen
Krankenhäuser stehen vor einem klaren Zeitdruck: Seit dem 01. Januar 2025 gilt in Deutschland die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich. Gesetzliche Entwicklungen, wie die E-Rechnungspflicht ab 2025, sind ausschlaggebend für die Notwendigkeit der Digitalisierung von Krankenhausrechnungen. Hinzu kommt: Ab dem 1. Januar 2026 drohen Krankenhäusern DRG-Abschläge bei Nichtbeachtung von Digitalisierungsauflagen.
Was bedeutet „Krankenhausrechnungen digitalisieren” konkret? Es umfasst zwei Seiten:
- Eingangsrechnungen von Lieferanten (Pharma, Medizintechnik, Verpflegung, Wäscherei), die auf verschiedenen Wegen eingehen können – klassisch als Papier, per E-Mail oder auch über EDI (Electronic Data Interchange) als weiteren elektronischen Übertragungsweg.
- Ausgangsrechnungen an Krankenkassen, private Krankenversicherung und Selbstzahler
Dieser Artikel zeigt praxisnah, wie Ihr Krankenhaus von der Rechnungsdigitalisierung profitiert und welche rechtlichen Vorgaben gelten.
Ihr Ansprechpartner: Jürgen Hermann
wjw-digital GmbH & Co. KG
Brühlstr. 16/1
73249 Wernau
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Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:
- Effizienzsteigerung durch Automatisierung
- Mehr Transparenz im Controlling
- Weniger Papier und Archivierungsaufwand
- Bessere Abrechnungskontrolle und Compliance
So bringen Sie Ihre Klinik bis 2028 GoBD- und E-Rechnungspflicht-konform auf Kurs.

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Rechtlicher Rahmen: E-Rechnungspflicht und GoBD im Krankenhaus verstehen
Rechtliche Anforderungen sind der Ausgangspunkt jeder Digitalisierungsstrategie. Die Erfüllung von rechtlichen Anforderungen zur E-Rechnung ab 2025 ist notwendig für die Rechtssicherheit und Compliance in Krankenhäusern.
E-Rechnungspflicht im Überblick:
Seit dem 01. Januar 2025 gilt in Deutschland die E-Rechnungspflicht für den B2B-Bereich, was bedeutet, dass Unternehmen Rechnungen in einem strukturierten, elektronischen Format empfangen, verarbeiten und versenden müssen. Bis zum 01. Januar 2028 müssen Unternehmen vollständig auf elektronische Rechnungen umstellen, wobei die E-Rechnung die EU-Norm EN 16931 erfüllen muss.
Die E-Rechnungspflicht zielt darauf ab, die Nutzung von Papierrechnungen und PDFs zu reduzieren und die Effizienz der Rechnungsverarbeitung zu erhöhen.
Relevante Formate für Krankenhäuser:
| Format | Beschreibung | Maschinenlesbar |
|---|---|---|
| X-Rechnung | Reines XML-Format, kein visuelles Element | Ja |
| ZUGFeRD | PDF mit eingebetteter XML-Datei | Ja |
| Einfache PDF-Datei | Nur visuell, keine strukturierten Daten | Nein |
Typische Krankenhauspartner wie Dräger, Fresenius oder Sartorius liefern bereits strukturierte E-Rechnungen. Im Kontext der Systemintegration bildet die Telematikinfrastruktur (TI) die technische Grundlage für den sicheren Austausch von Rechnungsdaten im Gesundheitswesen.
GoBD-Anforderungen:
Die GoBD (Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) legen fest, dass digitale Rechnungen mindestens zehn Jahre lang aufbewahrt werden müssen. Digitale Rechnungen müssen so archiviert werden, dass ihre Unveränderbarkeit, Vollständigkeit, Richtigkeit und Verfügbarkeit gewährleistet sind, um den Anforderungen der GoBD zu entsprechen.
Im Gesundheitswesen gelten zusätzlich datenschutzrechtliche Anforderungen nach DSGVO, da Rechnungen häufig Fallnummern und damit indirekt Patientendaten enthalten.
Warum sollten Krankenhäuser ihre Rechnungen digitalisieren?
Der wirtschaftliche Druck auf Kliniken wächst stetig – Fallpauschalen, MD-Prüfungen und steigende Kosten erfordern effiziente Prozesse in der Verwaltung und Buchhaltung.
Vorteile für Finanz- und Kreditorenbuchhaltung:
Die Digitalisierung von Krankenhausrechnungen erhöht die Effizienz und reduziert manuelle Dateneingaben und Durchlaufzeiten für Freigaben. Digitale Rechnungen ermöglichen eine schnellere Verarbeitung, da sie automatisiert bearbeitet werden können, was Zeit und Kosten spart.
Schnellere Prüf- und Freigabeprozesse ermöglichen die Nutzung von Skonti und verbessern den Cashflow. Durch die Digitalisierung von Rechnungen kann die Nutzung von Skonto ermöglicht und Zahlungsverzögerungen vermieden werden.
Kostenersparnis:
Die Digitalisierung reduziert den Bedarf an Papier, Porto, Druckkosten und physischem Archivierungsplatz. Durch die Digitalisierung von Rechnungen wird der Papierverbrauch reduziert, was nicht nur Kosten spart, sondern auch umweltfreundlicher ist. Bei Kliniken mit mehr als 10.000 Rechnungen pro Jahr summieren sich diese Effekte erheblich.
Transparenz im Controlling:
Der Status jeder Rechnung ist jederzeit einsehbar, was die Transparenz und Qualität erhöht und Fehlerquellen reduziert. Besonders wichtig ist dabei die Lesbarkeit der digitalisierten Rechnungen, da sie entscheidend ist, um Fehlerquellen zu minimieren und eine fehlerfreie Zuordnung sowie rechtssichere Archivierung zu gewährleisten. Digitale Rechnungen ermöglichen Auswertungen nach:
- Station und Fachabteilung
- Lieferanten
- Kostenstellen
- Zeiträumen
Unterstützung bei Prüfungen:
Bei Prüfungen durch Wirtschaftsprüfer, Finanzamt oder MD können alle rechnungsrelevanten Belege und Dokumente in Sekunden digital bereitgestellt werden – ohne Aktenschränke zu durchsuchen.
Prozessunterschiede: Eingangs- und Ausgangsrechnungen im Krankenhaus digitalisieren
Kliniken handhaben sowohl große Mengen an Eingangsrechnungen als auch komplexe Ausgangsrechnungen. Die Digitalisierung von Krankenhausrechnungen umfasst eine strukturierte Abfolge von der Erfassung bis zur rechtssicheren Ablage.
Effiziente Workflows zur Digitalisierung von Rechnungen unterteilen sich typischerweise in fünf Kernphasen: Rechnungseingang, Datenerfassung, Prüfung, digitale Freigabe, Verbuchung und Archivierung.
Die Digitalisierung bedeutet nicht nur „Scan von Papier”, sondern durchgängige digitale Prozesse – über ein gemeinsames Dokumentenmanagement-System zusammengeführt.
Eingangsrechnungen im Krankenhaus digitalisieren
In Krankenhäusern stammt ein hoher Anteil an Eingangsrechnungen aus Einkauf, Apotheke, Technik, Catering und Wäscherei. Die zentrale Erfassung aller eingehenden Rechnungen erfolgt unabhängig vom Eingangsweg, einschließlich E-Mail und Papierformat.
Typischer Ist-Zustand:
- Papierbasierte Rechnungen
- Manuelle Erfassung mit Medienbrüchen
- Keine Verknüpfung zwischen KIS, ERP-Systemen und Buchhaltung
Digitaler Prozess:
Der Prozess der Digitalisierung von Rechnungen umfasst das Einscannen oder Fotografieren von Papierrechnungen, um sie in digitale Formate zu konvertieren. Eingehende Rechnungen in Papierform können elektronisch aufbewahrt werden, wenn die vollständige, geordnete und inhaltsgleiche Wiedergabe bis zum Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist gewährleistet ist.
Strukturierte E-Rechnungen großer Lieferanten werden direkt ins System eingelesen – ohne Scan. Der digitale Abgleich von Positionsdaten mit Bestellungen, Lieferscheinen und Fallnummern erfolgt automatisch über die Schnittstelle zum KIS und ERP-System.
Digitale Prüf- und Freigabeworkflows:
- Abteilung prüft Menge und Preis
- Verwaltung prüft Formales
- Automatische Übergabe an Finanzbuchhaltung

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Ausgangsrechnungen an Kostenträger und Patienten digitalisieren
Ausgangsrechnungen im Krankenhaus bilden medizinische Gesundheitsleistungen, DRGs und Wahlleistungen ab – stark verknüpft mit Falldaten aus dem KIS.
Verknüpfung mit Behandlungsdaten:
Die Arztrechnung basiert auf Diagnosen, Prozeduren und Fallnummern. Die Klinikverwaltung erstellt digitale Rechnungen für:
- GKV (nach DRG-Logik)
- PKV (nach Einzelleistungen)
- Selbstzahler (Wahlleistungen)
Die digitale Freigabe von Rechnungen erfolgt in der Regel durch Weiterleitung an die zuständigen Fachabteilungen oder Klinikleitung.
Digitale Übermittlung:
Rechnungen werden an private Krankenversicherung und Patienten per Patientenportal, geschützter PDF-Datei per E-Mail oder E-Rechnungsportale übermittelt. Für den Versand von E-Rechnungen an Kostenträger nutzen Krankenhäuser zunehmend das Peppol-Netzwerk, um einen sicheren und standardisierten Austausch zu gewährleisten. Digitale Prozesse unterstützen auch Rückläufe, Reklamationen und MD-Prüfungen durch schnellen Zugriff auf alle Informationen und Daten.
Eine konsistente Datenbasis zwischen KIS, ERP-Systemen und Abrechnungssystem ist Voraussetzung für eine saubere digitale Ausgangsrechnung.
Technische Umsetzung: Von der Scan-App bis zur Integration in KIS und ERP-Systeme
Die technische Landschaft im Krankenhaus umfasst KIS, ERP, Buchhaltung, DMS und Spezialsysteme. Die Digitalisierung von Krankenhausrechnungen nutzt spezialisierte Scan-Apps und Dokumentenmanagement-Systeme (DMS) zur Effizienzsteigerung. Die Adobe Scan App bietet eine einfache Lösung für das Scannen und Bearbeiten von Rechnungen; digitalisierte Dokumente können dabei bequem in der Adobe Document Cloud gespeichert und verwaltet werden.
Erfassungswege:
| Methode | Einsatzbereich |
|---|---|
| Klassische Scanner | Zentrale Verwaltung |
| Scan App | Dezentrale Stationen, Büros |
| E-Mail-Import | PDF-Rechnungen per E-Mail |
| Direkter Eingang | Strukturierte E-Rechnungen |
OCR-Technologie:
Software für die Digitalisierung von Rechnungen wandelt Papierrechnungen per Scan in strukturierte, maschinenlesbare Formate um, um den gesetzlichen Vorgaben für die Rechnungsverarbeitung gerecht zu werden. Automatisches Auslesen relevanter Daten erfolgt mittels Texterkennung (OCR) oder intelligenter Algorithmen. OCR (optische Zeichenerkennung) ist entscheidend, um die Inhalte von Rechnungen durchsuchbar zu machen.
Systemintegration:
Die Anbindung an KIS- und ERP-Systeme erfolgt via Standards wie HL7, IHE oder REST-APIs. Damit werden Fallnummern, Kostenstellen und Lieferantendaten automatisch zugeordnet.
Eine zentrale Workflow-Engine steuert digitale Freigabeprozesse für Abteilungsleiter, Pflegeleitung, Medizintechnik und Verwaltung. Bei Cloud-Lösungen im Gesundheitswesen gelten besondere Sicherheitsanforderungen: Verschlüsselung, Rollen- und Rechtekonzept sowie vollständige Protokollierung.

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Schritt-für-Schritt: So digitalisieren Sie Krankenhausrechnungen in der Praxis
Die Umstellung sollte in klaren Projektphasen erfolgen. Die Auswahl der richtigen Software für die Digitalisierung von Rechnungen sollte auf den spezifischen Bedürfnissen des Unternehmens basieren, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen und Effizienzgewinne zu erzielen.
Schritt 1: Analyse der bestehenden Prozesse
Erfassen Sie die heutigen Rechnungswege (Papier, PDF, EDI), die Anzahl der Rechnungen, wichtigste Lieferanten und Kostenträger. Identifizieren Sie Medienbrüche und Ressourcen-Engpässe.
Schritt 2: Softwarelösung auswählen
Kriterien für die Lösung:
- E-Rechnungspflicht-Konformität
- GoBD-Compliance
- Integration in KIS/ERP-Systeme
- Verfügbarkeit einer Scan-App
- Unterstützung für das Format X-Rechnung und ZUGFeRD
Schritt 3: Technische Implementierung
Anbindung von Scannern, Konfiguration der E-Mail-Postfächer für den Empfang, Einrichtung von Benutzerrechten und Freigabe-Workflows in der Firma.
Schritt 4: Pilotierung
Starten Sie in ausgewählten Bereichen – etwa Apotheke, Medizintechnik oder zentrale Einrichtung. Definieren Sie Kennzahlen:
- Durchlaufzeit
- Fehlerquote
- Automatisierungsgrad
Schritt 5: Schulung
Schulen Sie Verwaltung, Pflege- und Fachabteilungen im Umgang mit digitalen Rechnungen – inklusive Scan App und digitalen Freigaben. Die IT-Abteilung benötigt unter anderem technisches Training zur Systemwartung.
Schritt 6: Roll-out und Optimierung
Roll-out auf das gesamte Krankenhausverbundsystem. Kontinuierliche Optimierung und Anpassung an neue gesetzliche Anforderungen – alles mit klarem Überblick über den Fortschritt.
Datenschutz, Sicherheit und Archivierung von digitalen Krankenhausrechnungen
Krankenhausrechnungen enthalten häufig indirekt Patientendaten und sind daher besonders sensibel. Digitale Rechnungen bieten einen höheren Sicherheitsstandard, da sie durch Passwörter und Verschlüsselung besser geschützt sind als physische Rechnungen.
Datenschutzanforderungen:
Systeme, die Rechnungen digitalisieren, müssen DSGVO-konform sein. Verschlüsselung, Zugriffsbeschränkungen und Logging stellen sicher, dass nur berechtigte Personen auf Rechnungsdaten zugreifen.
GoBD-konforme Archivierung:
Die Revision und Archivierung der Rechnungen erfolgt in einem Dokumentenmanagement-System (DMS), wobei elektronische Originale zwingend in digitaler Form gespeichert werden müssen. Rechnungen können digital aufbewahrt werden, indem physische Rechnungen in digitale Formate gescannt und in einem Dokumenten-Management-System (DMS) gespeichert werden.
Digitale Rechnungen sollten in gängigen Dateiformaten wie PDF oder TIFF gespeichert werden, um die Langzeitverfügbarkeit und einfache Weitergabe zu gewährleisten.
Aufbewahrung und Löschung:
Die Aufbewahrungsfrist für finanzrelevante Unterlagen beträgt zehn Jahre. Nach Fristablauf greifen definierte Löschkonzepte.
Praxisbeispiel:
Bei Prüfungen durch Finanzamt, Wirtschaftsprüfer oder MD können digitale Archive sofort durchsucht werden – ohne Papierbelegen aus Aktenschränken hervorzuholen. Das spart Aufwand und beschleunigt die Bearbeitung erheblich.
Fazit: Krankenhausrechnungen digitalisieren als Baustein der digitalen Klinik
Die Digitalisierung von Krankenhausrechnungen ist kein optionales Projekt mehr. Die E-Rechnungspflicht, Eingangs- und Ausgangsrechnungen digitalisieren, Integration mit KIS und ERP-Systemen – das sind die zentralen Bausteine.
Was Sie jetzt wissen:
- Rechtliche Grundlage durch E-Rechnungspflicht und GoBD
- Unterschiede zwischen Eingangs- und Ausgangsrechnungen
- Technische Anforderungen und Schnittstellen
- Praktische Implementierungsschritte
Die Rechnungsverarbeitung ist ein zentrales Element der übergreifenden Digitalisierung von Verwaltungs- und Klinikprozessen. Mittel- und langfristig profitieren Krankenhäuser von geringeren Prozesskosten, mehr Transparenz und besserer Steuerung der Klinikfinanzen.
Ausblick:
Kommende Entwicklungen umfassen vollständig automatisierte Rechnungsfreigaben, KI-gestützte Plausibilitätsprüfungen bei der Rechnungsprüfung und tiefer integrierte E-Rechnungsportale im Gesundheitswesen.
Ihr nächster Schritt:
Setzen Sie zeitnah einen Projektplan auf, um bis spätestens 2028 vollständig auf digitale Rechnungsprozesse umgestellt zu haben. Beginnen Sie mit einer Analyse Ihrer aktuellen Prozesse und identifizieren Sie die besten Pilotbereiche für Ihre Einführung. Die Zeit zum Handeln ist jetzt – nichts spricht dagegen, heute zu starten.





