Die besten Digitalisierungsformate im Überblick
Digitalisierungsformate: Welche Formate sich für unterschiedliche Einsatzzwecke eignen
Die Wahl der richtigen Digitalisierungsformate entscheidet über Erfolg oder Misserfolg jedes Digitalisierungsprojekts. Seit den frühen 2000er-Jahren hat sich die Landschaft der Formate grundlegend gewandelt – beschleunigt durch E-Government-Gesetze ab 2013 in Deutschland. Heute stehen Organisationen vor der Frage, welche Dateiformate für welchen Einsatzzweck optimal sind. Es gibt verschiedene Arten von Digitalisierungsformaten, die unterschiedliche Technologien und Formate wie Mittelformate und Fotogeräte umfassen und so die Vielfalt im Bereich der Digitalisierung widerspiegeln.
Unter Digitalisierungsformaten verstehen wir nicht nur klassische Dateiformate für Bild und Text, sondern auch Scan-Formate, Lernformate für die Weiterbildung und Prozessformate für strukturierte Daten. Die richtige Auswahl beeinflusst die Qualität der Ergebnisse, die Möglichkeiten der Langzeitnutzung und letztlich die Kosten erheblich. Bei der Digitalisierung und Archivierung ist es entscheidend, dass analoge Materialien in digitaler Form erhalten bleiben, um eine nachhaltige Nutzung und Archivierung zu gewährleisten.
Ihr Ansprechpartner: Jürgen Hermann
wjw-digital GmbH & Co. KG
Brühlstr. 16/1
73249 Wernau
E-Mail: jh@wjw-digital.de
Jetzt kostenlose & unverbindliche Anfrage senden
- Unverbindliche Anfrage – kostenlos
- Antwort i. d. R. innerhalb von 24 Std.
Warum ist diese Übersicht wichtig?
- Langzeitarchivierung erfordert stabile, offene Formate
- Fehlerhafte Formatentscheidungen verursachen teure Nacharbeit
- Rechtliche Vorgaben wie GoBD verlangen revisionssichere Ablage
- Unterschiedliche Einsatzszenarien erfordern angepasste Lösungen
Dieser Artikel richtet sich an Behörden (etwa Kommunalarchive), Unternehmen und Bildungseinrichtungen gleichermaßen.
Einführung in die Digitalisierung
Die Digitalisierung ist ein zentraler Prozess in der modernen Gesellschaft und betrifft nahezu alle Bereiche des Lebens. Sie ermöglicht es, analoge Medien und Inhalte wie Bilder, Videos, Audioformate und Texte in digitale Formate umzuwandeln. Dadurch werden Informationen nicht nur langfristig archiviert, sondern auch deutlich leichter zugänglich und nutzbar gemacht. Der Digitalisierungsprozess umfasst verschiedene Schritte – von der Auswahl geeigneter Dateiformate bis hin zur Speicherung und Verwaltung der Daten.
Für die Digitalisierung stehen zahlreiche Dateiformate zur Verfügung, die je nach Einsatzzweck ausgewählt werden. So eignet sich PDF/A besonders für die Archivierung von Textdokumenten, während TIFF als Standard für hochwertige Bilddigitalisierung gilt. Videos werden häufig im MP4-Format gespeichert, um eine breite Kompatibilität und effiziente Speicherung zu gewährleisten. Auch Audioformate wie WAV oder FLAC spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Tondokumente in bestmöglicher Qualität zu erhalten.
Die Wahl des richtigen Formats ist entscheidend, um die Informationen dauerhaft zu sichern und flexibel weiterzuverarbeiten. Digitalisierung ist somit weit mehr als nur das Einscannen von Dokumenten – sie ist ein strukturierter Prozess, der die Grundlage für die moderne Informationsgesellschaft bildet und den Zugang zu Wissen und Daten nachhaltig verbessert.
Grundprinzipien bei der Auswahl von Digitalisierungsformaten
Bei der wahl von Digitalisierungsformaten sollten Sie vier Kernkriterien berücksichtigen: Offenheit des Formats, Verbreitung in der gesellschaft, Langzeitstabilität und Lesbarkeit ohne Spezialsoftware. Diese Prinzipien bilden das Fundament jeder nachhaltigen Digitalisierungsstrategie.
Der Unterschied zwischen proprietären und offenen Formaten ist entscheidend. Proprietäre Formate wie DOCX oder PSD binden Sie an bestimmte Hersteller – etwa Microsoft oder Adobe. Offene Standards wie pdf a, TIFF, xml oder CSV hingegen garantieren Unabhängigkeit und langfristige Lesbarkeit.
Für Masterdaten empfehlen sich verlustfreie Formate wie TIFF, PNG oder FLAC. Diese bewahren alle informationen der Originalvorlage. Für die Bereitstellung und den transfer an Endnutzer können verlustbehaftete Formate wie JPEG, MP3 oder MP4 sinnvoll sein – sie reduzieren Dateigrößen bei akzeptabler Qualitätseinbuße.
Wichtige Normen und Empfehlungen stammen von Organisationen wie der Deutschen Nationalbibliothek (seit ca. 2010) oder der ISO – etwa ISO 19005 für pdf a als standard für die Langzeitarchivierung.
Checkliste: Vor jedem Digitalisierungsprojekt klären
- Welche Aufbewahrungsfrist gilt für die materialien?
- Wer sind die zukünftigen user der digitalisierten inhalte?
- Ist eine Volltextsuche erforderlich (OCR)?
- Welche speicherung-Kapazitäten stehen zur verfügung?
- Gibt es rechtliche Anforderungen an das Format?
Vorteile der Digitalisierung
Die Digitalisierung bietet zahlreiche Vorteile, die sowohl Unternehmen als auch die Gesellschaft insgesamt voranbringen. Einer der größten Pluspunkte ist die verbesserte Zugänglichkeit von Informationen: Inhalte können unabhängig von Ort und Zeit abgerufen, geteilt und weiterverarbeitet werden. Durch die Umwandlung in digitale Formate wie PDF/A, TIFF, MP4 oder moderne Audioformate lassen sich Daten effizient speichern, standardisieren und verwalten.
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, Metadaten zu den digitalisierten Inhalten hinzuzufügen. Diese Metadaten erleichtern die Erschließung, Suche und Organisation der Dateien erheblich und sorgen dafür, dass wichtige Informationen schnell gefunden werden. Die Digitalisierung reduziert zudem den physischen Speicherbedarf, da große Mengen an Akten, Bildern oder Videos platzsparend auf Servern oder in der Cloud abgelegt werden können.
Moderne Technologien und Werkzeuge wie Scanner, Digitalkameras und spezialisierte Softwarelösungen unterstützen den gesamten Digitalisierungsprozess. Sie ermöglichen eine hohe Qualität bei der Umwandlung und Verwaltung der Inhalte und bieten innovative Möglichkeiten, Medien und Daten für verschiedene Anwendungen bereitzustellen. Für Unternehmen bedeutet dies eine effizientere Verwaltung von Wissen und Prozessen, während die Gesellschaft insgesamt von einem leichteren Zugang zu Informationen und einer verbesserten Teilhabe an digitalen Inhalten profitiert.
Die Digitalisierung ist somit ein wichtiger Motor für die Entwicklung und Innovation in Unternehmen und Organisationen – sie schafft neue Chancen, optimiert Arbeitsabläufe und macht wertvolle Inhalte für die Zukunft verfügbar.
Formate für gescanntes Schriftgut und Dokumente
PDF/A hat sich seit Mitte der 2000er-Jahre zum De-facto-Standard für die revisionssichere Ablage in Verwaltungen und Unternehmen entwickelt. Die Archivierung von Eingangsrechnungen, Personalakten, Bauakten und Vertragsarchiven erfolgt heute fast ausschließlich in diesem Format und in digitaler Form. Für alle finalen digitalen Dokumente wird ausdrücklich empfohlen, PDF/A als Format zu verwenden.
TIFF dient als Masterformat für hochaufgelöste Scans historischer Akten und Urkunden. Die typischen Parameter: 300–600 dpi Auflösung, 24-Bit-Farbe, unkomprimiert oder mit verlustfreiem Kompressionsverfahren. Archive weltweit setzen auf diesen Standard, um die höchste Qualität für die Erschließung zu gewährleisten. Für gescannte Bilder wird empfohlen, das TIFF-Format zu verwenden, während JPEG 2000 für die Archivierung digitaler Fotos geeignet ist.

Dieses Bild wurde mit Unterstützung von KI generiert und kann künstliche Inhalte enthalten
Der typische Prozess verbindet beide Formate: Zunächst erfolgt der Scan als TIFF, dann die Texterkennung (OCR), schließlich die Umwandlung in durchsuchbares PDF/A. Professionelle Medien-Digitalisierungsdienste setzen High-End-Scanner ein, um exzellente Scanergebnisse zu erzielen. So erhalten Sie sowohl ein hochwertiges Masterformat als auch ein praktisch nutzbares Dokument mit Volltextsuche. Professionelle Digitalisierungsdienste stellen zudem sicher, dass die Qualität der Scans den Archivstandards entspricht.
Wann welches Format?
- Tägliche Geschäftsführung: PDF/A für schnellen Zugriff und Durchsuchbarkeit
- Langzeitarchiv: TIFF als Master, PDF/A als Nutzungskopie
- Historische Dokumente: TIFF in höchster Auflösung, zusätzlich PDF/A mit Metadaten
- Vertragsarchive: PDF/A mit qualifizierter elektronischer Signatur
Digitalisierungsformate für Bilder und Fotos
Die digitalisierung von Bildern unterscheidet zwischen analogen Vorlagen (Dias, Negative, Mittelformat) und bereits digitalen fotos. Bei der Digitalisierung werden verschiedene Arten von Mittelformaten und Fotogeräten berücksichtigt, da es eine große Vielfalt an Formaten und Technologien im Fotobereich gibt. Dieser Unterschied bestimmt den Workflow und die Formatwahl grundlegend.
TIFF und JPEG 2000 gelten als Masterformate für archive. Für digitale Fotografie bietet sich DNG als offener RAW-Container an – eine lösung, die Unabhängigkeit von Kameraherstellern wie Apple oder anderen gewährleistet. Diese Formate bewahren alle Bildinformationen für zukünftige Bearbeitungen.
JPEG bleibt das gängige Bereitstellungsformat für Web, interne Bilddatenbanken und Präsentationen. Beachten Sie jedoch: Jede erneute speicherung mit Kompression führt zu Artefakten und Qualitätsverlust. JPEG eignet sich daher nur als Endformat, nicht als Arbeitsformat.
Empfohlene Workflows
- Dias und Negative: Scan mit 3.000–4.000 dpi, speicherung als TIFF, Bereitstellung als JPEG
- Farbraum für archive: AdobeRGB für maximalen Farbraum
- Farbraum für Web: sRGB für konsistente Darstellung auf allen Geräten
- fotos aus Digitalkameras: Original-RAW bewahren, DNG für Langzeitarchiv, JPEG für Nutzung
Audio- und Videoformate in der Digitalisierung
Bei audioformate gilt BWF/WAV als standard für Originalaufnahmen – etwa bei Zeitzeugeninterviews oder historischen Tondokumenten. FLAC bietet eine platzsparende Alternative für verlustfreie Archivkopien und reduziert den bedarf an Speicherplatz erheblich.
Für videoformate empfehlen sich offene, robuste containerformate wie MKV oder MXF als Master. H.264 oder H.265 in MP4 dienen als Bereitstellungsformat für Web und interne Nutzung. Diese Kombination verbindet Archivtauglichkeit mit praktischer Nutzbarkeit.

Dieses Bild wurde mit Unterstützung von KI generiert und kann künstliche Inhalte enthalten
Seit etwa 2010 digitalisieren kommunale Mediatheken und Unternehmensarchive verstärkt analoge Bestände: VHS-Kassetten, MiniDV-Bänder, Tonbänder und Kompaktkassetten. Der einsatz standardisierter Codecs mit hohen Bitraten sichert die Langzeitverfügbarkeit – exotische Codecs sollten Sie vermeiden.
Formatempfehlungen auf einen Blick
| Medientyp | Masterformat | Serviceformat |
|---|---|---|
| Audioaufnahmen | BWF/WAV, FLAC | MP3, AAC |
| videos | MKV, MXF | MP4 (H.264/H.265) |
| Historische Tonbänder | BWF (96 kHz/24 Bit) | MP3 (320 kbps) |
| VHS/MiniDV | MKV (FFV1) | MP4 (H.264) |
Digitalisierungsformate für strukturierte Daten und Datenbanken
CSV und xml bilden die Basisformate für den Export von Tabellen und einfachen Datenstrukturen. JSON hat sich als modernes Format für Web-APIs etabliert und gewinnt zunehmend an Bedeutung für den Datenaustausch zwischen Systemen.
SIARD (Software Independent Archiving of Relational Databases) ist das spezialisierte Standardformat für Datenbankarchivierung in Verwaltungen und größeren Organisationen. Seit etwa 2013 setzen EU-Verwaltungen auf diesen standard, um Fachanwendungen langfristig archivierbar zu machen.
Bei der archivierung strukturierter daten müssen neben den eigentlichen daten auch metadaten, Datenmodelle und Beziehungen zwischen Tabellen gesichert werden. Nur so bleibt die Bedeutung der daten nachvollziehbar.
Praxisbeispiele
- Kommunalverwaltungen: Migration von Fachverfahren mit SIARD
- unternehmen: Export von CRM-Systemen als xml oder CSV
- Hochschulen: Forschungsdaten-archivierung mit strukturierten metadaten
Checkliste: Vor dem Datenexport klären
- Welche Beziehungen zwischen Tabellen bestehen?
- Sind alle Schlüsselfelder und deren Bedeutung dokumentiert?
- Welche metadaten beschreiben die Datenstruktur?
- Ist die Dokumentation für Dritte verständlich?
- Welches Zielsystem soll die daten später lesen können?
Formate für digitales Lernen und Weiterbildung
Digitalisierungsformate umfassen auch Lernformate: E-Learning-Module, videos, interaktive Simulationen und virtual Klassenräume. Die entwicklung dieser Formate hat das lernen in unternehmen und Bildungseinrichtungen grundlegend verändert.
SCORM und xAPI sind technische Standards für lerninhalte, die seit den 2000er-Jahren für LMS-Systeme wie Moodle oder ILIAS genutzt werden. Sie ermöglichen die interaktion zwischen Lernenden und system sowie die Verfolgung von Lernfortschritten.
Der Unterschied zwischen selbstlernorientierten Formaten (asynchrone Online-Kurse, Microlearning, Wissensdatenbanken) und kollaborativen Formaten (Live-Webinare, virtuelle Workshops) bestimmt die Wahl der technischen Umsetzung.
Lernformate und ihre Einsatzfälle
- 360°-videos: Arbeitssicherheitstraining, Gefahrensituationen erleben
- Interaktive Tutorials: Software-Onboarding, Prozessschulungen
- VR-Simulationen: Maschinenbedienung, medizinische Ausbildung
- Microlearning-Module: Compliance-Schulungen auf smartphone oder tablet
- Live-Webinare: Produktschulungen, Expertenaustausch in Echtzeit
Die flexibilität moderner Lernformate bietet die chance, Weiterbildung an jedem ort und zu jeder Zeit anzubieten – eine innovation, die besonders für dezentral organisierte unternehmen relevant ist.
VR/AR und immersive Digitalisierungsformate
Bei immersiven Formaten unterscheiden wir zwischen 360°-Video-Lösungen (3DoF – drei Freiheitsgrade) und vollinteraktiven VR-Anwendungen (6DoF – sechs Freiheitsgrade). Der Unterschied: Bei 3DoF können Sie sich nur umschauen, bei 6DoF auch im Raum bewegen und mit Objekten interagieren.

Dieses Bild wurde mit Unterstützung von KI generiert und kann künstliche Inhalte enthalten
Seit etwa 2018 setzen Schulen und unternehmen verstärkt VR/AR für Sicherheitstrainings, Maschinenbedienung und virtuelle Labore ein. Die technologien ermöglichen das Üben gefährlicher Situationen ohne reales Risiko – ein erheblicher Mehrwert für die berufliche Bildung.
Augmented Reality bildet die Brücke zwischen physischer und digitaler Welt. Wartungsanleitungen, eingeblendet über smartphone oder Smart Glasses, leiten Techniker durch komplexe Reparaturen. Diese ergänzung der Realität durch digitale Informationen erhöht Effizienz und reduziert Fehler.
Ausblick: Die nächsten 5–10 Jahre
- Zunehmende Rolle von Metaverse-Ansätzen für Zusammenarbeit
- Hybride Klassenzimmer verbinden Präsenz- und Online-Teilnehmer
- Virtuelle Projektteams arbeiten in gemeinsamen 3D-Räumen
- AR-gestützte kommunikation wird alltäglich
Herausforderungen und Risiken bei der Auswahl und Nutzung von Digitalisierungsformaten
Die Auswahl und Nutzung von Digitalisierungsformaten ist mit einer Vielzahl von Herausforderungen verbunden, die den gesamten Digitalisierungsprozess beeinflussen können. Eine der größten Hürden ist die Kompatibilität der gewählten Formate mit unterschiedlichen Systemen und Endgeräten – vom klassischen PC über Tablet und Smartphone bis hin zu modernen Virtual-Reality-Anwendungen. Nur wenn Formate wie pdf a, xml oder standardisierte Containerformate wie MP4 und MKV richtig gewählt werden, ist eine langfristige Archivierung und flexible Ausgabe der digitalisierten Inhalte gewährleistet.
Ein zentrales Risiko besteht in der Verwendung von verlustbehafteten Kompressionsverfahren. Werden etwa Bilder oder Dokumente ausschließlich als JPEG gespeichert, kann dies zu Qualitätsverlusten führen, die sich später nicht mehr rückgängig machen lassen. Für die Archivierung empfiehlt sich daher der Einsatz von Formaten wie TIFF oder JPEG 2000, die eine verlustfreie Speicherung ermöglichen und so die Qualität der Dateien dauerhaft sichern. Auch bei Audio- und Videodateien ist die Wahl des richtigen Formats entscheidend: BWF oder WAV für Audio und MKV oder MXF für Video bieten eine hohe Qualität und sind als Masterformate für die Archivierung geeignet. Serviceformate wie MP4 sorgen für eine breite Kompatibilität und erleichtern den Einsatz auf verschiedenen Plattformen.
Ein weiteres zentrales Thema ist die Erschließung und Verwaltung von Metadaten. Nur wenn digitale Inhalte mit den richtigen Metadaten angereichert werden, ist eine effiziente Suche, Nutzung und Ausgabe möglich. Offene und standardisierte Formate wie SIARD für Datenbanken oder xml für strukturierte Daten erleichtern die Erschließung und sichern die Zukunftsfähigkeit der digitalisierten Inhalte. Die Einhaltung von Standards minimiert zudem das Risiko, dass Dateien in einigen Jahren nicht mehr lesbar oder nutzbar sind.
Die Interaktion zwischen allen Beteiligten – von Autoren über Editoren bis hin zu den Endnutzern – spielt eine entscheidende Rolle für die Qualität und Verfügbarkeit der digitalisierten Inhalte. Werkzeuge und Technologien wie Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Anwendungen eröffnen neue Möglichkeiten der Interaktivität, stellen aber auch neue Anforderungen an die Auswahl der Formate. Hier gilt es, innovative Lösungen zu finden, die sowohl die technische Entwicklung als auch die Bedürfnisse der Nutzer berücksichtigen.
Nicht zuletzt ist die kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der eingesetzten Formate und Prozesse ein wichtiger Erfolgsfaktor. Die technologische Entwicklung schreitet schnell voran, und was heute als Standard gilt, kann morgen schon überholt sein. Eine regelmäßige Evaluation der Formate, die Berücksichtigung neuer Möglichkeiten und die Anpassung an aktuelle Anforderungen helfen, die Qualität und Verfügbarkeit der digitalisierten Inhalte langfristig zu sichern und Risiken zu minimieren.
Die richtige Auswahl und Nutzung von Digitalisierungsformaten ist somit ein fortlaufender Prozess, der neben technischer Expertise auch eine enge Zusammenarbeit und klare Kommunikation zwischen allen Beteiligten erfordert. Nur so lassen sich die Herausforderungen meistern und die Chancen der Digitalisierung optimal nutzen.
Digitalisierungsprozesse, Qualitätssicherung und Workflows
Die Entscheidung für bestimmte Formate sollte immer mit klaren Prozessen verknüpft sein. Ein durchdachter Workflow umfasst alle Schritte von der Vorbereitung bis zur Bereitstellung.
Der typische Digitalisierungsprozess in 7 Schritten
- Vorbereitung: Sortierung der Originale, Entfernen von Klammern und Bindungen
- Scan: Erfassung mit definierten Parametern (Auflösung, Farbtiefe)
- Qualitätskontrolle: Stichprobenprüfung von Scanqualität und Farbwiedergabe
- Bearbeitung: Ausrichtung, Beschnitt, ggf. Bildoptimierung
- OCR/Erschließung: Texterkennung und Anreicherung mit metadaten
- Konvertierung: umwandlung in Zielformate (Master und Service)
- speicherung/Bereitstellung: Ablage im archivierung-system, Freigabe für user
Die Bearbeitungszeiten variieren je nach anzahl und Komplexität der Vorlagen. Bei größeren Scanaufträgen sollten Sie mit 10–14 Tagen rechnen. Externe Dienstleister dokumentieren ihre Arbeitsschritte in Protokollen zu Scanparametern und Konvertierungsschritten.
Qualitätssicherung im Fokus
- Stichprobenprüfung: Mindestens 5% aller dateien visuell prüfen
- OCR-Qualität: Erkennungsrate dokumentieren und bei Unterschreitung nacharbeiten
- Audio/Video: Abspielbarkeit auf verschiedenen Geräten (pc, tablet, smartphone) testen
- metadaten: Vollständigkeit und Korrektheit der Erschließung prüfen
Rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen
In Deutschland prägen mehrere Vorgaben die Formatwahl: GoBD für steuerrelevante Unterlagen, DSGVO seit 2018 für personenbezogene daten und Landesarchivgesetze für öffentliche Stellen. Diese Regelwerke definieren, wie dateien archiviert und bereitgestellt werden müssen.
Die Revisionssicherheit erfordert Formate, die Nachvollziehbarkeit und Beweiswert gewährleisten. pdf a kombiniert mit qualifizierter elektronischer Signatur erfüllt diese Anforderungen. Das Format verhindert nachträgliche Änderungen und dokumentiert die Authentizität.
Organisatorisch müssen Rollen klar definiert sein: Archivverantwortliche, IT und Fachabteilungen sollten gemeinsam über Formatstandards und Aufbewahrungsfristen entscheiden. Eine allein technische Entscheidung ohne fachliche anwendung-Perspektive führt zu Problemen.
Rechtliche Aspekte bei der Formatwahl
- GoBD verlangt unveränderbare speicherung steuerrelevanter Dokumente
- DSGVO fordert Löschkonzepte – Formate müssen selektive Löschung ermöglichen
- Landesarchivgesetze definieren Anbietungspflichten für öffentliche akten
- Qualifizierte elektronische Signaturen erfordern geeignete Containerformate
- Formatmigrationen müssen dokumentiert und nachvollziehbar sein
Risiken vermeiden
- Formatwechsel ohne Migrationsstrategie gefährdet die Lesbarkeit
- Abhängigkeit von einzelnen Herstellern schränkt die flexibilität ein
- Fehlende Dokumentation der Formatentscheidungen erschwert spätere Audits
Fazit und praktische Empfehlungen
Ein klar definiertes Set an Digitalisierungsformaten reduziert Risiken, Kosten und Doppelarbeit. Die themen dieses Artikels zeigen: Die systematische Auseinandersetzung mit Formaten zahlt sich langfristig aus.
Die interesse an standardisierten Lösungen wächst – in der wirtschaft ebenso wie in der öffentlichen Verwaltung. Der einstieg in eine strukturierte Formatstrategie muss nicht kompliziert sein: Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme und entwickeln Sie schrittweise Ihren hausinternen Formatkatalog.
Ihre nächsten Schritte
- Bestandsaufnahme: Erfassen Sie alle laufenden Digitalisierungsprojekte und die verwendeten Formate
- Formatkatalog erstellen: Definieren Sie Master- und Serviceformate für jede Dokumentenart bis zu einem festen Stichtag
- Schulung planen: Sensibilisieren Sie alle Beteiligten für die Bedeutung der Formatwahl
- Migrationsstrategie entwickeln: Planen Sie den Umgang mit veralteten Formaten
- Regelmäßige Überprüfung: Evaluieren Sie Ihre Strategie mindestens alle zwei Jahre
Formate und Standards entwickeln sich weiter – was heute als werkzeuge der Wahl gilt, kann in zehn Jahren überholt sein. Die regelmäßige Überprüfung Ihrer Strategie ist daher keine Option, sondern Notwendigkeit. Mit einem soliden Fundament sind Sie für kommende herausforderungen gerüstet.
Der autor dieses Überblicks empfiehlt: Beginnen Sie heute mit der Dokumentation Ihrer Formatentscheidungen. Ihre e mail adresse für Rückfragen sollte in jedem Projektdokument vermerkt sein. So schaffen Sie Transparenz und ermöglichen etwas Entscheidendes – die kontinuierliche Verbesserung Ihrer digitalisierung-Strategie im leben Ihrer Organisation.





